Private Equity in der Krise? Die Auswirkungen des Coronavirus – Teil 3: Kommunikation mit den Limited Partnern

Für Limited Partner (LPs) bringt die aktuelle Krisensituation ganz eigene Herausforderungen mit sich. LPs sind in der Regel professionelle Multi-Asset-Manager, die das ihnen zur Verfügung stehende Kapital also über ein breites Spektrum an Anlageklassen und Fund-Managern allokieren. Bei makroökonomischen Verwerfungen ergeben sich für LPs über das gesamte Portfolio hinweg unterschiedlich gelagerte Auswirkungen, die bewertet und in das LP-eigene Risikomanagement einbezogen werden müssen.

Reporting unmittelbarer Auswirkungen und möglicher Szenarien

Als Fund Manager fällt Private Equity-Firmen das aktive Krisenmanagement zu, das es gemeinsam mit den Geschäftsführern der jeweiligen Portfoliounternehmen umzusetzen gilt. Die Limited Partner sollten im Rahmen des Fund-Reportings, oder ggf. außerplanmäßig, über die unmittelbaren Auswirkungen auf die einzelnen Portfoliounternehmen informiert werden. FLEX Capital hat beispielsweise neben dem Quartalsreporting einen gesonderten Report an alle LPs versendet, um den akuten Umgang mit der Krise aufzuzeigen.

In gleich welcher Form die Informationen bereitgestellt werden, schwerpunktmäßig sind die jeweils verfügbare Liquidität, die prognostizierten Cashflows und sämtliche liquiditätswirksame Sparmaßnahmen für die einzelnen Portfoliounternehmen aufzuzeigen. Ebenso empfiehlt sich die grobe Darlegung des ausgearbeiteten Maßnahmenkatalogs sowie der aktuelle Status der Umsetzung, auf den in späteren Reportings auch Bezug genommen werden sollte.

Die Prognose zukünftiger Cashflows in Extremsituationen stellt dabei naturgemäß die schwierigste Aufgabe dar. Neben einem Base-Case Szenario müssen Down- und Extreme-Case Szenarien betrachtet werden, um eventuelle Liquiditätsengpässe antizipieren zu können.

Soweit sich Engpässe abzeichnen, sind entsprechende Lösungen zu erarbeiten, die im Extremfall auch die Zuführung von weiterem Eigenkapital durch den Private Equity-Fund – und damit einhergehende Kapitalabrufe gegenüber den LPs – beinhalten.

Ausstehende Kapitalabrufe

Auch wenn die Portfoliounternehmen kein weiteres Eigenkapital benötigen, müssen die LPs das Volumen der weiteren Kapitalabrufe abschätzen können. Während sich Management Fees problemlos berechnen lassen, sind Capital Calls für geplante Transaktionen deutlich unsicherer. Private Equity-Fonds müssen Planungen vorlegen, ohne genau zu wissen, welche laufenden Transaktionen zum Abschluss kommen bzw. welche weiteren Deals sich ergeben werden. Auch der entsprechende Finanzierungsbedarf ist in der Regel nicht final abschätzbar, da LBO-Finanzierungen durch Banken und Debt Fonds in Krisenzeiten nur eingeschränkt möglich sind.

Dennoch sollten Private Equity-Funds ihren LPs zumindest eine grobe Einschätzung über die Höhe der erwarteten Kapitalabrufe zur Verfügung stellen. Hierfür bietet sich eine zeitliche Staffelung der kumulierten Capital Calls an, um visible Zeiträume wie das laufende Quartal von vergleichsweise unsichereren, langfristigen Berechnungen abzugrenzen.

Durch derart quantitativ unterlegte Prognosen können Private Equity-Funds ihre LPs aktiv im Krisenmanagement unterstützen – auch wenn die entsprechenden Forecasts mit gewissen Unsicherheiten verbunden sind und damit ggf. in künftigen Perioden revidiert werden müssen.

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