MitTECHstand und Private Equity – Wie passt das zusammen?

Der Boom der Private Equity-Branche in den letzten Jahrzehnten macht auch vor dem MitTECHstand nicht Halt. Für viele Unternehmer ist Private Equity (PE) mittlerweile eine relevante Option auf der Suche nach der passenden Beteiligungsart. Auch medial rückt das Thema immer stärker in den Fokus, sodass die bislang oft im Hintergrund agierenden PE-Investoren, zunehmend an Sichtbarkeit gewinnen. Dennoch ist vielen Unternehmen unklar, wie sich PE-Investoren positionieren und welchen Wertbeitrag sie – vor allem im MitTECHstand – leisten können. 

Per Definition ist Private Equity eine Beteiligungsform, welche in überwiegend privat gehaltene Unternehmen investiert. Diese Unternehmen sind für die breite Masse von Investoren am freien Markt in der Regel nicht zugänglich, da sie nicht börsennotiert sind. Kapitalbeschaffung durch einen Börsengang ist jedoch mit komplexer Regulatorik und Offenlegungspflichten verbunden. Das ist nicht nur kostspielig, sondern führt auch zu Wettbewerbsnachteilen, weshalb ein Börsengang für Mittelständler oftmals nicht in Frage kommt. Die Beschaffung von neuem Eigenkapital oder der Verkauf eines Gesellschaftsanteils ist somit gerade für Unternehmen mittlerer Größe deutlich schwieriger und häufig nur über einen PE-Investor möglich. 

Besonders PE-Investoren mit unternehmerischer Erfahrung sind im MitTECHstand wichtig

Für Unternehmen wird ein PE-Investment jedoch oftmals erst in einer späten Stufe des unternehmerischen Lebenszyklus relevant, meistens nach dem Ausstieg von Venture Capital- und Wachstumskapital-Investoren. Als PE-Fund haben wir unseren Investmentfokus gezielt auf mittelständische Unternehmen ausgerichtet, die sich am Ende dieser Phase befinden und einen Partner für die weitere Entwicklung suchen. Wir Grenzen uns damit von sogenannten Mega-Buyout-Funds ab, die in deutlich größere und auch börsennotierte Unternehmen investieren. 
Unsere Marktabschätzung zeigt, dass es alleine in Deutschland 11.000 mittelständische Internet- und Software-Unternehmen gibt, sogenannte hidden Champions, die zwar keine Kleinstunternehmen mehr sind, aber auch nicht zu den Big Playern der Branche gehören. Die Erfahrungen, die wir als Gründer, Geschäftsführer und Investoren von Internet- und Software-Unternehmen gemacht haben, helfen uns, besonders bei solchen hidden Champions des MitTECHstands einen Wertbeitrag zu leisten:

  1. Partnerschaften – In erster Linie ist unser Investment in ein Unternehmen eine Partnerschaft, die wir mit den Unternehmern eingehen. Wir beobachten sehr häufig, dass gerade schnell gewachsene Unternehmen in ihrer Entwicklung an Wendepunkte stoßen, an denen sie Partner brauchen, die Know-how und Netzwerke mitbringen. Durch unsere unternehmerische Erfahrung sind wir gerade für den MitTECHstand ein Partner, der Investments auf Augenhöhe durchführen kann – das heißt wir geben direktes Feedback und unterstützen bei wichtigen Entscheidungen. Außerdem ermöglichen wir Unternehmern ihr persönliches Risiko, welches sie als Gesellschafter grundsätzlich haben, zu reduzieren. Indem wir einen Teil ihrer Anteile übernehmen, eröffnen wir somit nicht nur die Möglichkeit, einen neuen Partner an Bord zu holen, sondern auch das persönliche Risiko zu senken. Das heißt der Unternehmer kann privat Vorsorgen und gleichzeitig noch am zukünftigen Unternehmenserfolg teilhaben.
    Damit solche Partnerschaften gut funktionieren, legen wir Wert auf eine Angleichung der Interessen, Transparenz und gegenseitiges Verständnis sowie stetiges Engagement.

  2. Management – Im mittelständischen Unternehmensumfeld gibt es oft Lücken im Managementteam. Vor allem bei MitTECHständlern kommt es häufig vor, dass der CTO auch in der Rolle des CEOs agiert oder dass es beispielsweise keinen CFO gibt. Dabei ist es vor allem für das weitere Wachstum von Bedeutung, dass diese Aufgabenbereiche klar aufgeteilt und abgedeckt sind, um auch in Krisensituationen schnelle und eindeutige Entscheidungen für jeden Unternehmensbereich treffen zu können.
    Wir helfen unseren Portfoliounternehmen, das Management und das Team schnell weiter aufzubauen und zu professionalisieren. Ziel ist es, dass auch das Management von unseren Erfahrungen lernen kann und weiter wächst. Dabei profitieren die Unternehmen auch von unserem eigenen Unternehmer- und Portfolionetzwerk. Zusätzlich zu unserem Netzwerk, sendet die Präsenz eines neuen, engagierten Investors ein starkes Signal an den Markt, das Talente für das Unternehmen anzieht und damit neue Chancen öffnet. 

  3. Strukturen – Geschäftsprozesse und Reporting bilden das Rückgrat des Unternehmens und die Basis für weitere Wertschöpfungsinitiativen. Viele Unternehmen sind bei ihrer Gründung meist “schlank” aufgestellt, weshalb der Aufbau von Strukturen und Prozessen oft nicht ausreichend fokussiert und später auch nicht nachgeholt wird. Als Resultat werden zum Beispiel Entscheidungen, die die Einführung neuer Produkte oder die Finanz- und Ertragslage betreffen, oft ad-hoc oder basierend auf Erfahrungswerten getroffen. Verbesserung der Berichtsstrukturen und des Informationsflusses sowie die Professionalisierung des Personal- und Kapitalmanagements sind jedoch von wesentlicher Bedeutung für die weitere Entwicklung. Nach einem Investment planen wir daher gezielt den Aufbau fester Geschäfts- und Reportingprozesse.
    Einen entscheidenden Einfluss auf die Unternehmensentwicklung hat auch die Veränderung der Gesellschafterstruktur durch ein PE-Investment. Da die Entscheidungsfindung in Unternehmen häufig bei einzelnen Gründer-Teams liegt, können weitere Gesellschafter, einschließlich der Einrichtung eines formellen Beirats unabhängiger Direktoren, dazu beitragen, das strategische Entscheidungen mit mehr Know-how getroffen werden und dass das Unternehmen bei einem späteren Verkauf oder Börsengang für viele größere Investoren attraktiv wird.

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